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Published by H-Soz-u-Kult@h-net.msu.edu (May, 1999) Ulrich Herbert, Karin Orth, und Christoph Dieckmann, Hrg. Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur. Goettingen: Wallstein Verlag, 1998. 192 S., 2 Bde. DM 84.00 (Gebunden), ISBN 3-89244-289-4.

Reviewed for H-Soz-u-Kult by Angela Schwarz, FB 1 Geschichte, Gerhard-Mercator-Universitaet - GH Duisburg

Blickt man auf die gesamte Historiographie zum Nationalsozialismus, so macht die Erforschung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik einen beachtlichen Anteil davon aus. Nach mehr als fuenfzig Jahren Forschungsarbeit koennte sich die Erwartung einstellen, dass mindestens die zentralen Themenbereiche, wenn nicht sogar viele Spezialthemen gut aufgearbeitet sein muessten. Das setzt aber ein systematisches, von aktuellen Interessenlagen weitgehend unabhaengiges und eigentlich auch koordiniertes Vorgehen ueber einen langen Zeitraum voraus. Aber nicht nur Historikern ist bekannt, dass Forschung so nun einmal nicht funktioniert. Vielmehr sind viele Faktoren daran beteiligt, wenn es um die Bildung und Bearbeitung neuer Forschungsschwerpunkte geht. Das gilt fuer den Nationalsozialismus als Untersuchungsgegenstand ebenso wie fuer alle anderen Themen. So ist gerade auch die Bearbeitung des in vielerlei Hinsicht schwierigen Themas der NS- Vernichtungspolitik im letzten halben Jahrhundert grossen Schwankungen unterworfen gewesen.[1] Unterschiedliche Themenbereiche wie auch unterschiedliche Gruppen von Forschern im weitesten Sinne dominierten in verschiedenen Phasen. So wurde etwa die Geschichte der Konzentrationslager, des Symbols nationalsozialistischen Terrors schlechthin, jahrzehntelang von ehemaligen Haeftlingen und nicht von Historikern geschrieben. Nicht immer galt das Hauptaugenmerk dem Geschehen selbst. In den achtziger und fruehen neunziger Jahren etwa richtete es sich auf Fragen, die den Holocaust als Ausdruck der Moderne oder als eine Art Praeventivmassnahme gegen eine vermutete Mordaktion der Bolschewisten am europaeischen Buergertum untersuchten.[2] Spaetestens seit der Goldhagen-Kontroverse bilden jedoch wieder die Vernichtungspolitik und ihre Umsetzung, die Aktionen, die Tatorte, die Taeter und Opfer den Mittelpunkt des Forschungsinteresses.

Ein diesem Bereich zugehoeriger Untersuchungsgegenstand wie die Konzentrationslager erweist sich sehr schnell als ein komplexes Buendel einzelner Themen. Selbst das kaum noch ueberschaubare Feld der Forschungen zu Verfolgung und Vernichtung der europaeischen Juden ist nur ein Aspekt der Vernichtungspolitik des NS-Regimes. Von den wichtigen Vorarbeiten zu lange Zeit vernachlaessigten Themengebieten waeren unter anderem die Untersuchungen von Michael Zimmermann ueber die Verfolgung der Sinti und Roma zu nennen, von Wolfgang Ayass ueber die der sogenannten "Asozialen", von Patrick Wagner ueber die ihnen zugerechnete Gruppe der sogenannten "Berufsverbrecher", schliesslich die in einem von Hermann Kaienburg herausgegebenen Band versammelten Studien ueber die Zwangsarbeiter und in einem weiteren, von Ulrich Herbert betreuten, ueber die sehr heterogene Gruppe der auslaendischen Opfer nationalsozialistischer Kriegspolitik und Verfolgung auf dem Boden des Deutschen Reiches.[3] Mit einigen wenigen prominenten Ausnahmen sind die Haft- und Vernichtungsstaetten des NS-Regimes im Osten wie die Haeftlingsgruppen der sowjetischen Kriegsgefangenen, der nicht-juedischen polnischen Haeftlinge sowie der Angehoerigen anderer Nationen Osteuropas als Leidtragende, die beiden letzteren auch als aussenstehende Beobachter und Handlanger der SS von der westlichen Historiographie bisher weitgehend vernachlaessigt worden. Studien von osteuropaeischen Wissenschaftlern, die zu einzelnen Aspekten dieses Komplexes bereits vorliegen, sind im Westen vielfach noch nicht hinreichend rezipiert worden. Internationale Konferenzen, die den Austausch zwischen den Forschern aus West- und Osteuropa intensivieren, sind daher dringend notwendig, da sie Forschungsergebnissen eine groessere Verbreitung verschaffen und, mehr noch, ein Bewusstsein dafuer schaffen, dass noch eine grosse Zahl von Themen mit zentraler - und eben nicht marginaler - Bedeutung unerforscht oder gerade einmal ansatzweise aufgearbeitet ist.

Eine solche Konferenz fand im November 1995 aus Anlass des 50. Jahrestages der Befreiung von Buchenwald in Weimar statt. Siebzig in der Erforschung von Aspekten der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Laendern nahmen daran teil, um ihre Forschungsergebnisse vorzustellen und zugleich auf Fragen und Bereiche aufmerksam zu machen, in denen weitere Untersuchungen dringend erforderlich sind. Allen Beteiligten ging es darum, "die Dynamik der dauernden Veraenderungen der Konzentrationslager" und "die kennzeichnenden strukturellen Merkmale der Lagerhaft und des KZ-Systems" zu analysieren (Bd. 1, 33). Die Texte der Vortraege sind nun in einem zweibaendigen Sammelband in erweiterter und ueberarbeiteter Fassung, ergaenzt um einige zusaetzliche Abhandlungen, abgedruckt. Die insgesamt vierzig Beitraege dieses wichtigen Werkes der KZ-Historiographie gliedern sich in sieben Sektionen auf, in denen jeweils die Konzeptionen, die Entwicklungen einzelner Lager, Probleme im Zusammenhang mit dem Arbeitseinsatz, Fragen zur Taeterseite und zur Opferseite sowie die Veraenderungen in der letzten Kriegsphase thematisiert werden. Auf diese Weise entsteht ein beeindruckender Ueberblick ueber die neueren Forschungen und die noch nicht untersuchten Aspekte.

Ein Leitgedanke, der sich durch alle Sektionen zieht und in den einzelnen Beitraegen in unterschiedlicher Auspraegung zum Tragen kommt, ist die Frage nach den Auswirkungen auf die Haeftlinge und die Bedingungen, mit denen sie im Lager konfrontiert wurden. Die Lagererfahrung war neben der Haeftlingsgruppe und dem Lager, in die bzw. in das eine Person eingewiesen wurde, ganz entscheidend vom Zeitpunkt abhaengig, zu dem jemand inhaftiert worden war. Die Konzentrationslager durchliefen in den fast zwoelfeinhalb Jahren bis 1945 mehrere Phasen, in denen ihre Struktur, ihre Zusammensetzung und teilweise ihre Aufgaben und Ziele tiefgreifende Veraenderungen erfuhren. Inwieweit die Nationalsozialisten beim Ausbau des KZ-Systems einer Konzeption folgten, bildet die erkenntnisleitende Ueberlegung, an der sich die Beitraege der ersten Sektion orientieren. Johannes Tuchel geht der Planung und Realitaet der Lager fuer die Jahre 1934 bis 1938 nach, in denen das Instrument zur Bekaempfung des politischen Gegners zu einem systematischen, innenpolitischen Herrschaftsinstrument ausgebaut wurde (S. 43). Aber selbst schon im ersten Jahr der NS-Herrschaft, in dem etwa Lager wie Oranienburg in der Naehe von Berlin (Guenter Morsch) im Stadtzentrum buchstaeblich vor den Augen der Oeffentlichkeit errichtet und genutzt wurden, in denen die Lager so wenig ein Geheimnis bildeten, dass selbst die auslaendische Presse wiederholt ueber sie berichtete (Sybil Milton), waren viele konstitutive Elemente des Herrschaftsinstrumentes Konzentrationslager bereits vorhanden. Die Fruehzeit der Lager, die nach einer spaeteren Aussage des ersten Gestapo Chefs Rudolf Diels 1933 eines Tages einfach da gewesen seien, laesst sich aus dem Grund nicht als eine von den nachfolgenden Phasen strikt getrennte Zeit begreifen. Vielmehr lassen sich in manchen Faellen Kontinuitaetslinien nachweisen, die bis in die Zeit der Weimarer Republik zurueckreichen. Patrick Wagner fuehrt das am Beispiel der Plaene und Massnahmen der Kriminalpolizei gegen das sogenannte "Berufsverbrechertum" vor. Er zeigt, wie der in der Republik zum Scheitern verurteilte "sozialtechnische Machbarkeitswahn" (Detlev Peukert) einer effektiven Bekaempfung der Kriminalitaet in den Jahren der NS- Herrschaft in Allmachtsvisionen muendete. Die Polizei sah sich mit der teils selbstgewaehlten, teils uebertragenen Aufgabe betraut, durch Einweisung von Verdaechtigen in die Konzentrationslager die "Volksgemeinschaft der Angepassten mit polizeilichen Mitteln" zu verwirklichen (S. 100). Das war von dem Moment an moeglich, als sich mit Entscheidungen der Fuehrung in den Jahren 1935/36 die Hauptfunktion der Lager von der Bekaempfung des politischen Gegners auf Massnahmen einer "rassischen Generalpraevention" verlagert hatte (Ulrich Herbert). Die Erfordernisse der aktuellen Machtsicherung der ersten Jahre waren nicht mehr gegeben, so dass mit der Entscheidung fuer den Erhalt und sogar den Ausbau des KZ-Systems, wie er dann 1936 begann, eine neue Zielsetzung, naemlich die der expansiven Zukunftsplanung, institutionell umgesetzt wurde. Das dem zugrunde liegende gesellschaftsbiologische Programm "stellte quantitativ und qualitativ eine neue Dimension dar, die ohne historische Vorbilder war" (S. 81).

Verschiebungen in den Konzeptionen der Fuehrung ueber das Lagersystem waren nur ein Faktor von vielen, die auf die Realitaet in einem bestimmten Lager zu einem bestimmten Zeitpunkt aus Sicht der Bewacher ebenso wie der Haeftlinge einwirkten. Selbst wenn man die Bedingungen in den Konzentrationslagern nach den Hauptphasen der Entwicklung differenziert untersucht, bis 1936, bis 1939, bis 1941/42 und bis 1944/45, koennen die Umstaende fuer die Insassen in Sachsenhausen oder Mauthausen, Dachau oder Ravensbrueck stark voneinander abweichen. Noetig sind also Detailuntersuchungen ueber die einzelnen Lager, und das um so mehr, als nicht wenige Lager des schliesslich "krakenartigen KZ- Komplexes" (S. 731) mit 22 Hauptlagern und ueber 1200 Aussenlagern und Aussenkommandos (S. 24) bis vor wenigen Jahren von der Geschichtswissenschaft ueberhaupt nicht in den Blick genommen worden sind. Das Frauen-KZ Ravensbrueck ist ein auffaelliges Beispiel. Selbst fuer die Erforschung der Lager auf dem Gebiet des Reiches gibt es also einen grossen Nachholbedarf, wie etwa intensivere Sammlung von Dokumenten und Aufarbeitung nach der Einrichtung von Gedenkstaetten noch einmal verdeutlicht. Bei anderen wie etwa Buchenwald scheint es hinreichend Studien zu geben, doch gehen viele von diesen zu wenig auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Entwicklungsphasen des Lagers und ihre Auswirkungen auf die Lebensbedingungen ein. Das fuehrt der erste Beitrag der zweiten Sektion auf der Grundlage von Lagerstatistiken vor Augen (Harry Stein). Ob Buchenwald, Mauthausen (Michel Fabreguet), Ravensbrueck (Bernhard Strebel), Neuengamme (Hermann Kaienburg), Herzogenbusch in den Niederlanden (Coenraad J.F. Stuldreher), Stutthof als erstes Konzentrationslager auf polnischem Boden (Marek Orski) oder Gross- Rosen in Niederschlesien (Alfred Konieczny): Zu einer wachsenden Zahl von Lagern sind in den letzten Jahren Einzelstudien entstanden, doch zeigen gerade die inzwischen geleisteten Arbeiten, dass noch viele weitere notwendig sind. Die groesste Huerde ergibt sich in dem Zusammenhang aus der schwierigen Quellenlage. Viele Dokumente der Lagerverwaltungen wurden bei Kriegsende vernichtet. Was erhalten blieb, ist oft verstreut und schwer aufzufinden. Sehr haeufig wurde ueber Jahrzehnte verabsaeumt, Haeftlingserinnerungen systematisch zu sammeln, so dass in nicht wenigen Faellen erst ein halbes Jahrhundert nach dem Ende eines Lagers damit begonnen wurde, die noch lebenden Ueberlebenden zu befragen. Dennoch ist es wichtig, die genaue Kenntnis der Geschichte eines Lagers anzustreben. Wenn man dabei nach dem Funktionswandel fragt, wie es die Beitraege dieser Sektion tun, so laesst sich damit, wie Bernd Weisbrod in seinen kommentierenden Bemerkungen erneut betont, der Lagerwirklichkeit ihre historische Dimension und damit der individuellen Erfahrung von Lagerinsassen der konkrete Hintergrund zurueckgeben.[4]

Wenn die zweite Sektion, die ueberwiegend Lager im Westen in den Blick nimmt, bereits auf das Fehlen von Einzeluntersuchungen und die Problematik eines lueckenhaften Quellenbestandes hinweist, so gilt das fuer die in der dritten Sektion behandelten "Lager im Osten" um so mehr. Ob es um das Lager Lublin/Majdanek (Tomasz Kranz), die Zwangsarbeitslager der SS- und Polizeifuehrer (Dieter Pohl), das Ghetto und Konzentrationslager Kaunas in Litauen (Christoph Dieckmann), die Lager in Lettland (Margers Vestermanis) oder andere Lager wie auch die Vernichtungslager Belzec, Sobibor und Treblinka vielleicht mit Ausnahme von Auschwitz geht: Ueberall lassen die Ausfuehrungen erkennen, dass die "Lagerlandschaft" im Osten noch weitgehend unerforscht ist - auch, dass die bereits vorhandenen Arbeiten von polnischen Historikern oder juedischen Organisationen kuenftig von der westlichen Historiographie staerker zu beruecksichtigen waeren. Dabei vermoegen die Einzelbeitraege und die kommentierende Zusammenfassung der Sektion von Michael Wildt ueberzeugend darzulegen, dass gerade dieser Komplex nicht nur eine enorme Erweiterung der Kenntnisse, sondern darueber hinaus neue und wichtige Fragestellungen fuer die KZ-Historiographie generell erbringen kann. Wie weit bereits ein verbesserter Kenntnisstand tragen kann, laesst sich an dem noch lange unerreichten, aber gleichwohl erstrebenswerten Ziel ermessen, gerade bei einem so heterogenen Territorium und einer uneinheitlichen Besatzungspolitik der Deutschen inmitten eines staendig variierenden Kriegsverlaufes ein detaillierteres Bild von den regionalen Besonderheiten der Haft- und Mordstaetten zu erhalten. Waehrend Auschwitz schon fruehzeitig ein "funktionierendes Lager mit administrativer und technischer Grundlage" (S. 394) war und somit zur leistungsfaehigsten Vernichtungsmaschinerie der nationalsozialistischen Ausrottungspolitik ausgebaut werden konnte, kam Majdanek nie ueber das Stadium eines "multifunktionalen Provisoriums" (S. 381) hinaus, das die Aufgaben von Kriegsgefangenen-, Straf-, Auffang-, Arbeits- und Vernichtungslager gleichermassen zu erfuellen hatte. Fuer "den" Osten, so wird an diesen beiden Beispielen schon deutlich, hat der Begriff des Konzentrationslagers nicht mehr die festen Konturen, die er fuer das Reichsgebiet noch zu besitzen scheint (vgl. S. 511).

Die Moeglichkeit, durch die Erforschung dieser "Lagerlandschaft" zu neuen Erkenntnissen zu kommen, haengt eng mit den Unterschieden zusammen, die die Lager im Osten im Vergleich zu denen im Reichsgebiet aufwiesen. Dies waren Unterschiede in der Quantitaet, insofern als die Dimensionen der Lager wie der Vernichtungsaktionen ausserhalb des Reiches voellig andere waren als im Reich selbst, und Unterschiede in der Qualitaet des Terrors, insofern als die Behandlung der Menschen in den Lagern von Anfang an moerderischer war. Die Herausarbeitung dieser Unterschiede stellt schon einen wichtigen Forschungsbereich dar. Ein anderer waere die genaue Analyse der jeweils beteiligten NS-Institutionen und ihrer Massnahmen, denn im Osten war der Anspruch der SS auf die Verfuegungsgewalt ueber die Lager laengst nicht so unangefochten wie im Reich. In Kaunas etwa spielte die Zivilverwaltung zeitweise eine bedeutende Rolle; bei den zwischen 300 und 400 Zwangsarbeitslagern fuer Juden ausserhalb des KZ-Systems lag die Bewachung der insgesamt circa 120.000 Menschen selten bei SS-Personal und statt dessen bei betriebseigenen Werkschutzorganisationen oder bei "fremdvoelkischen Hilfswilligen", beispielsweise Ukrainern, in einigen Faellen sogar bei einer juedischen Lagerpolizei (S. 422f). Je disparater sich die Situation im Osten gerade auch hinsichtlich einer geregelten Kommunikation mit den Dienststellen im Reich gestaltete, um so groesser wurden die Handlungsspielraeume fuer die Befehlshaber vor Ort. Diese herauszuarbeiten und die Auswirkungen auf die Opfer zu zeigen, bilden einen weiteren Forschungsbereich. Zu Recht verweist Michael Wildt im Anschluss an die Ausfuehrungen ueber Litauen und Lettland darauf, dass bei der kuenftigen Analyse der lokalen und regionalen Besonderheiten ueberdies die Rolle der ansaessigen Bevoelkerung staerker beruecksichtigt werden muss.

Das Thema der vierten Sektion, Arbeit in den Konzentrationslagern, verspricht seinerseits, durch Detailuntersuchungen neue wichtige Facetten hinzuzugewinnen. Allerdings ist hinsichtlich der Oekonomisierungstendenzen im KZ-System vor allem nach verstaerkter Einbindung der Lager in die Kriegsproduktion weniger zu erwarten, dass die wesentlichen Ergebnisse bisheriger Forschungen revidiert werden muessten. Das gilt etwa fuer zwei weithin akzeptierte Thesen, dass KZ-Aussenlager in grosser Zahl erst ab Herbst 1942 errichtet wurden und dass die Unternehmen erst KZ-Zwangsarbeiter einsetzten, wenn keine anderen Arbeitskraefte mehr zur Verfuegung standen. Wenn die Fallstudien zum SS-Unternehmen "Deutsche Ausruestungswerke GmbH" (Jan Erik Schulte), zu Mauthausen (Bertrand Perz), Flossenbuerg (Hans Brenner), Mittelbau-Dora (Jens-Christian Wagner), Auschwitz III-Monowitz (Piotr Setkiewicz) und das Zwangsarbeitslager Lemberg-Janoswka (Thomas Sandkuehler) die Bedingungen des Arbeitseinsatzes und ihre Konsequenzen untersuchen, erhalten wiederum die Ueberlebenschancen der Haeftlinge, die Frage nach einer von SS und Industrie gemeinsam betriebenen "Vernichtung durch Arbeit" oder den von einzelnen Unternehmen oder ihren Angehoerigen gesuchten - oder in der Regel nicht wahrgenommenen - Chancen fuer eine "Rettung durch Arbeit" einen hohen Stellenwert. Im Falle etwa der IG Farben in Monowitz oder auch der von Rainer Froebe vorgeschlagenen Typologie, nach der sich das leitende Personal von Gross- und Mittelbetrieben in den letzten Kriegsjahren erfassen liesse, tritt hervor, welchen Umfang die Zusammenarbeit von SS und Industrie annehmen konnte. Die Verbindung von Unternehmen und SS war schliesslich oft so eng, dass die Industrie eine Trennung nicht mehr wollte. Die ruecksichtslose Ausbeutung, gewalttaetige Behandlung und Ermordung unzaehliger Zwangsarbeiter und KZ- Haeftlinge wurde dann, wie Michael Zimmermann resuemiert, aus Orientierung auf Produktion und Gewinn sowie moralischer Gleichgueltigkeit verdraengt oder in Kauf genommen. Nicht immer, so muss hinzugefuegt werden, wurde die Misshandlung der Zwangsarbeiter zur Steigerung der Produktion der SS oder anderem Wachpersonal ueberlassen.

Damit ist zugleich auf ein Feld hingewiesen, das in den letzten Jahren verstaerkt ins Blickfeld der Forschung und zugleich der Oeffentlichkeit gerueckt ist: das der Taeter. Allmaehlich bildet sich auch hier ein Bewusstsein davon heraus, wie heterogen diese aGruppeA in den zwoelf Jahren des KZ-Systems zusammengesetzt war. Zu den SS-Wachtruppen kamen in den Kriegsjahren Wehrmachtsangehoerige, Angehoerige von Polizeiverbaenden, Bedienstete der oeffentlichen Verwaltungen wie etwa Zollbeamte, Mitglieder der Landesschuetzenverbaende und sogar vereinzelt auch Maenner aus dem "Volkssturm" hinzu. An der Bewachung - und "Disziplinierung" - der Haeftlinge in den Betrieben beteiligten sich, wie in den Texten der vierten Sektion geschildert, in grossem Umfang Werkschutzleute und Beschaeftigte der betreffenden Unternehmen. "Volksdeutsche" und auslaendische Freiwillige kamen ebenfalls in den Konzentrationslagern zum Einsatz. Seit wenigen Jahren erst untersucht ist der lange Zeit wohl am nachhaltigsten tabuisierte Aspekt der Aufseherinnen und der Ehefrauen von SS-Maennern, die in Lagern Dienst taten. Der Bedarf an Aufseherinnen stieg sprunghaft an, als sich im Zuge des erhoehten Arbeitseinsatzes der Haeftlinge 1944 die Zahl der Aussenlager fuer weibliche Gefangene vervielfachte. Das noetige Personal wurde dann gezielt angeworben, was sehr haeufig ueber das Arbeitsamt geschah. Nicht selten nahm dann auch der Druck auf die Ehefrauen von SS-Wachmaennern zu, sich zur Aufseherin ausbilden zu lassen und sich an den Aufgaben im Konzentrationslager zu beteiligen. Zu diesen Taeterinnen und Taetern, die eben nicht nur einer "negativen Elite" (Eugen Kogon) von fanatischen Nationalsozialisten und Sadisten angehoerten und sich vielmehr in hohem Masse aus einem Personenkreis rekrutierten, den Christopher Browning als "ganz normal" bezeichnet hat, stellen sich unzaehlige Fragen, die eine naehere Untersuchung lohnen. Nach wie vor wohl am staerksten draengt sich dabei die Frage nach den Motiven fuer diejenigen auf, die das Konzentrationslager als "normale[n] Arbeitsplatz" und die auf seinem Gelaende befindlichen SS- Siedlungen als einen "ebenso normale[n] Wohnort" (S. 815) betrachteten, wie Gudrun Schwarz in ihrem Beitrag am Beispiel der "Taeterinnen und Zuschauerinnen" in den Lagern aufzeigt. Daneben verweisen die uebrigen Studien der diesem Thema gewidmeten fuenften Sektion, die mit gerade einmal drei Beitraegen leider sehr kurz ausfaellt, auf weitere Fragen. So laesst sich anhand der von Karin Orth durchgefuehrten Untersuchung ueber die insgesamt 46 SS-Fuehrer, die zwischen 1933 und 1945 den Posten eines KZ- Kommandanten inne hatten, den Folgen von Veraenderungen im KZ-System nachgehen. Dazu zaehlt unter anderem das Revirement, das bei der Verlagerung des Schwerpunktes von rein politischen zu verstaerkt wirtschaftlichen Aufgaben an der Spitze der Lagerfuehrung waehrend des Krieges erfolgte. Miroslav Karnz formuliert in seiner Analyse der Verflechtungen von SS- Totenkopfverbaenden und Waffen-SS erneut das nach wie vor ungeklaerte Problem, wie aus den "normalen Menschen" "willige Helfer" eines Unterdrueckungs- und Mordsystems wurden. Fuer die Maenner der Waffen-SS weist er nach, dass die "Rotation ... zwischen Lager- und Frontdienst in beide Richtungen" (S. 96) entscheidenden Anteil daran hatte, das im Krieg entfesselte Gewaltpotential in die Lager hineinzutragen. Diese Zunahme der Gewalt in den Konzentrationslagern, die sich generell in den Lagern nach Ausbruch des Krieges feststellen laesst, ist bisher noch nicht eingehender untersucht worden. Auf weitere Problemkreise, wie etwa den ueberaus schwer zu erhellenden Komplex der "Befindlichkeit" des durchschnittlichen KZ-Bewachers bzw. der Bewacherin, macht Detlef Garbe in seinen kommentierenden Bemerkungen aufmerksam. Ohne Zweifel wuerden neue Erkenntnisse zu diesem Themenkomplex die rascheste Verbreitung gerade auch in einer breiteren Oeffentlichkeit finden, die die von ihr jahrzehntelang praktizierte Gleichgueltigkeit oder Verdraengung aufgegeben hat oder doch aufzugeben beginnt.

Heterogenitaet ist zugleich ein Merkmal jener Gruppe, fuer die in der Forschung in den letzten Jahren der Begriff "Haeftlingsgesellschaft" gebraeuchlich geworden ist. Lange Zeit war die kollektive Erinnerung der ueberlebenden Haeftlinge von jenen getragen worden, die in den Lagern eine besondere Position, eine Funktion, inne gehabt oder einer privilegierten Haeftlingskategorie angehoert hatten. Wie sehr ein solcher Teil der Haeftlingsgesellschaft das kollektive Gedaechtnis beherrschen konnte, zeigt sich am vielfach untersuchten Beispiel der deutschen Kommunisten in den Konzentrationslagern. Im nachhinein stilisierten sie ihre Geschlossenheit und ihren Widerstand im Lager, so dass er zu einem Gruendungsmythos der DDR werden konnte. Dass gerade deutsche und politische KZ-Insassen an die Posten eines Funktionshaeftlings gelangen und somit Zugang zu mitunter lebenswichtigen Verguenstigungen haben konnten, rueckten sie dabei in den Hintergrund. Seit rund zwanzig Jahren, spaetestens seit Falk Pingels vergleichender historischer Bestandsaufnahme der Haeftlingsgesellschaften in den Lagern[5] liegt ein differenzierteres Bild der Lagererfahrung aus der Sicht der Lagerinsassen vor. Ein massgebliches Element dafuer war die Einweisung in eine bestimmte Haeftlingskategorie und damit in eine bestimmte Position innerhalb der Hierarchie unter den Haeftlingen, die die SS bewusst als Herrschaftsinstrument einsetzte. Denn wie Lutz Niethammer in seinem Resuemee der sechsten Sektion ueber diese Kategorien betont, gelang es der SS auf diese Weise den "Grundkonflikt zwischen den Herrschenden und den Unterworfenen im Lageralltag zu einem Gutteil in Konflikte zwischen den Haeftlingen" (S. 1050) umzuwandeln. Zwischen der "Lagerprominenz" und den "Unterschichten" im Lagerkosmos gab es eine Vielzahl von Zwischenschichten. Trotz des Drucks, der durch die vorgegebenen Bedingungen auf den einzelnen ausgeuebt wurde, blieb jedoch ein gewisser Spielraum fuer individuelles Handeln. Herbert Obenaus zeigt das in seinem Beitrag am Beispiel des Hungers, der vielleicht grundlegendsten Bedingung der Lagerexistenz. Die Handlungen der permanent Hungernden gingen weit ueber einen egoistischen Ueberlebenswillen hinaus. Damit ist auf die Vielfaeltigkeit der Erfahrungen im Lager hingewiesen, der sich nur mit Hilfe vieler detaillierter Einzelstudien auf die Spur kommen laesst. Die Abhandlungen dieser Sektion deuten bereits die Richtung an. Das kann in der Weise geschehen, dass Haeftlingskategorie und Sterblichkeitsrate in Beziehung zu einander am Beispiel eines Lagers untersucht werden (Florian Freund). Das kann darueber hinaus in Form von Spezialstudien zu einzelnen Gruppen erfolgen. Waehrend die kommunistischen Kapos von Buchenwald (Karin Hartewig) recht gut erforscht sind, bilden die Verfolgung der Sinti und Roma (Michael Zimmermann) und noch mehr die Erfahrungen von Frauen im Konzentrationslager als eigener Bereich (Gabriele Pfingsten/Claus Fuellberg-Stolberg) ein relativ neues Forschungsfeld. Die Frage nach Ueberlebensstrategien wie etwa in der Zufluchtnahme in kulturellen Aktivitaeten (Christoph Daxelmueller) oder der Religion (Thomas Rahe) wird kuenftig ebenso beschaeftigen wie die immer wieder neu gestellte Frage nach den Moeglichkeiten und Formen des Widerstandes im Konzentrationslager (Henryk Swiebocki). Der besonderen Problematik, in der sich die Angehoerigen der Sonderkommandos befanden und im kollektiven Gedaechtnis befinden, wendet sich Gideon Greif zu. Er will die Haeftlinge im Auschwitzer Sonderkommando vom Verwurf der Kollaboration befreien und stellt die Argumente fuer ihre Moralitaet heraus. Alle Beitraege demonstrieren gerade bei diesem ueberaus sensiblen Thema ein besonderes Gespuer dafuer, sich der "Wahrheit des Leidens und der Resistenzmoeglichkeiten" (S. 1059) anzunaehern.

In der siebten und letzten Sektion ueber die Lager in der letzten Kriegsphase konzentrieren sich die Beitraege auf die sogenannten "Todesmaersche" und Transporte von Haeftlingen aus den Lagern in der Naehe der Front. Gestalten sich Untersuchungen ueber die Konzentrationslager aufgrund der Quellenlage generell als schwierig, so gilt das in besonderem Masse fuer jene Phase des NS-Regimes, in der angesichts der herannahenden Niederlage die Aufloesungserscheinungen immer rascher um sich griffen - obwohl mancherorts das Lagersystem mit neuen Aussenlagern noch erweitert wurde - und fuer die Zeit danach die Spuren moeglichst gruendlich verwischt werden sollten. Die Schwierigkeiten beginnen schon bei dem Versuch festzustellen, wieviele der voellig entkraefteten Haeftlinge 1944/45 "evakuiert" wurden. Die Zahl der dabei Umgekommenen laesst sich noch schwerer beziffern. Bis heute gibt es nur Schaetzungen. Wie die Arbeiten von Daniel Blatman, der einen Forschungsbericht ueber die Fragen zu Entscheidungstraegern, Moerdern und Opfern bietet, Andrzej Strzelecki ueber den Todesmarsch der Haeftlinge aus Auschwitz und Isabell Sprenger ueber die letzte Phase des Lagers Gross-Rosen zeigen, koennen hier wichtige neue Erkenntnisse zunaechst durch die Rekonstruktion der Ereignisse selbst und dann ueber deren Einordnung in die Thesen der uebrigen KZ-Historiographie erzielt werden. Um es an der von Blatman untersuchten Frage veranschaulichen, inwieweit die juedischen Haeftlinge bei der Entscheidung und der Durchfuehrung der Transporte eine Sonderstellung zugewiesen bekamen: Waehrend Daniel Goldhagen in seinem umstrittenen Buch die Todesmaersche als Fortsetzung der "Endloesung" mit anderen Mitteln deutet, nimmt Blatman eine Haltung ein, die sich davon absetzt, ohne sich jedoch der bislang akzeptierten These vollstaendig anzuschliessen, die juedischen Gefangenen seien auf den Maerschen nicht anders behandelt worden als die anderen Haeftlingsgruppen. Hinweise fuer eine planmaessige Vernichtung der noch lebenden juedischen Gefangenen jenseits von Einzelaktionen der Anfuehrer und Begleitmannschaften hat Blatman nicht gefunden.

Den Schlusspunkt dieses Sammelbandes bildet Wolfgang Sofskys Blick auf die Perspektiven der KZ-Forschung, die er im Kontext eines transnationalen Vergleichs der Lagersysteme im 20. Jahrhundert eingeordnet sehen moechte. So macht er auf die Tendenz der historiographischen Detailstudien aufmerksam, Generaldeutungen und typologische und komparative Analysen zu meiden. Gleichwohl sieht auch er sie als Grundlagenforschung, als "Vorstudien zu einer Erzaehlung des deutschen KZ-Systems in toto" (S. 1142). Es ist allerdings, das zeigen die vorliegenden Arbeiten, trotz des schon Erreichten noch ein langer Weg, bis die grossen Luecken geschlossen sein werden und diese "Erzaehlung" auf gesicherter Grundlage geschrieben werden kann. Hinsichtlich des untersuchten Funktionswandels der Lager erinnert Sofsky darueber hinaus an die Kontroverse ueber Erweiterung statt Ersetzung einzelner Funktionen sowie an die strukturellen Kontinuitaeten und die Permanenz der institutionalisierten Gewalt. Er weist auf die Grenzen eines Ansatzes hin, der aus den Vorstellungen der Taeter auf die Wirklichkeit zu schliessen versucht. Auch die Suche nach Erklaerungen fuer die Verwandlungen von eher durchschnittlichen Personen zu Massenmoerdern sei in dem Sinne rasch zu beenden, als diese Transformation leicht zu vollziehen und in erster Linie durch die Institution des Lagers selbst zu erreichen gewesen sei. Im Hinblick auf die Forschungen zu den Haeftlingen hebt er noch einmal die Problematik des Begriffs der Haeftlingsgesellschaft hervor, der Sozialitaet fuer ein Umfeld suggeriert, das so etwas nicht kannte. Bis zu einem gewissen Grad sind die in der Schlussbetrachtung versammelten Hinweise bereits beruecksichtigt. Zu einem weit hoeheren koennen und sollten sie als ein Korrektiv fuer kuenftige Arbeiten dienen, die, wie zu hoffen ist, den hier versammelten folgen werden.

Anmerkungen:

[1]. Vgl. juengst den ausgezeichneten Forschungsueberblick von Ulrich Herbert: Vernichtungspolitik. Neue Antworten und neue Fragen zur Geschichte des "Holocaust", in: ders. (Hrsg.), _Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939-1945. Neue Forschungen und Kontroversen_, Frankfurt/M. 1998, 9-66.

[2]. Vgl. Michael Prinz, Rainer Zitelmann (Hrsg.),

Nationalsozialismus und Modernisierung, Darmstadt 2. Aufl. 1994;

Ernst Nolte, _Der europaeische Buergerkrieg 1917-1945.

Nationalsozialismus und Bolschewismus_, Frankfurt/M., Berlin 1987;

"Historikerstreit". Die Dokumentation der Kontroverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung, Muenchen 1987.

[3]. Vgl. Michael Zimmermann, _Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische "Loesung der Zigeunerfrage"_, Hamburg 1996;

Wolfgang Ayass: "Asoziale" im Nationalsozialismus, Stuttgart 1995;

Patrick Wagner, _Volksgemeinschaft ohne Verbrecher. Konzeptionen und Praxis der Kriminalpolizei in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus_, Hamburg 1996; Ulrich Herbert (Hrsg.), _Europa und der "Reichseinsatz". Auslaendische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ- Haeftlinge in Deutschland 1938-1945_, Essen 1991; Hermann Kaienburg (Hrsg.), _Konzentrationslager und deutsche Wirtschaft 1939-1945_, Opladen 1996.

[4]. Dagegen hat der Soziologe Wolfgang Sofsky mit seinem Konzept von absoluter Macht weniger identifizierbare Individuen oder ein bestimmtes Lager zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Augen gehabt. In Die Ordnung des Terrors (1993) ging es ihm mehr um eine Typologie, auch wenn er Berichte von Haeftlingen auswertete, um Situationen des Lagerlebens wie Einlieferung, Ernaehrung, Arbeit, Folter, Strafe, Verhalten der Wachmannschaften zu einer Charakterisierung des Lagerkosmos zusammenzufuegen.

[5]. Vgl. Falk Pingel, _Haeftlinge unter SS-Herrschaft. Widerstand, Selbstbehauptung und Vernichtung im Konzentrationslager_, Hamburg 1978.

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