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Jörg Friedrich. Brandstätten. Der Anblick des Bombenkriegs. München: Propyläen Verlag, 2003. 239 S. ca 200 Abb.. EUR 25.00 (broschiert), ISBN 3-549-07200-7.

Reviewed by Ralf Blank, Stadtmuseen / Stadtarchiv, Historisches Centrum Hagen.
Published by H-Soz-u-Kult (October, 2003)

Ein Jahr nach "Der Brand" legt der Berliner Autor Jörg Friedrich mit "Brandstätten" einen Bildband vor, der den "Anblick des Bombenkriegs" dokumentieren soll. Die großformatige Publikation ist als Fortsetzung des literarischen Epos zu verstehen, das unlängst für einige Monate zum Teil heftige Diskussionen in Medien, Wissenschaft und Öffentlichkeit entfacht hatte.[1] Der Titel "Brandstätten" ist zweifellos nicht nur eine sprachliche Reminiszenz des Autors an seinen vorausgegangenen Bestseller, sondern charakterisiert auch die thematische Ausrichtung: Zerstörung durch Feuer. Als Brandstätten wurden in der Frühen Neuzeit doch auch Wohnplätze bezeichnet, doch Friedrich meint etwas anderes. Für ihn sind Brandstätten tote Orte, wie sie zum Beispiel Christoph Friedrich Jacobi 1833 in seiner Geschichte der Stadt Feuchtwangen für die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg umschrieb: "Alles war zertrümmert und verheert, daß die Sonne nur Wüsten beschien, und der Regen nur Öden benetzte; und selbst des Menschen Wohnungen waren Brandstätten oder leeres Gemäuer, von den Hilfsmitteln des Lebens entblößt und von Menschen verlassen."[2] Jörg Friedrich greift in seinem neuen Buch wiederum die Apokalypse des alliierten Bombenkriegs gegen Deutschland auf und impliziert mit seinem Titel--wie schon zuvor in "Der Brand" und sicherlich zu Recht--eine "übermächtige" Funktion des Feuers als zerstörerisches Element eines "Brandkriegs".

Der Band ist in zehn Kapiteln gegliedert: 'Früher', 'Angriff', 'Abwehr', 'Zuflucht', 'Bergung', 'Versorgung', 'Trümmer', 'Trümmerleben', 'Partei' und 'Heute'. Um die Intention, Systematik und Methodik Friedrichs einzuschätzen, ist zunächst ein Blick in das 'Editorial' ratsam (S. 239). Dort erfährt der Leser unter anderem folgendes: "Abermillionen von Deutschen steht das Bild des Bombenkriegs unauslöschlich vor Augen, doch existieren wenige Bilder. Die vorhandenen werden aus mancherlei Rücksichten selten gezeigt, vor allem nicht systematisch. [...] In der Ikonographie wie in der Historiographie des Luftkriegs klaffen unerhörte Lücken." Nimmt der Rezensent diese Aussagen angesichts der mit zahlreichen historischen Bildquellen versehenen Publikationen in populär- und geschichtswissenschaftlichen Studien zum Bombenkrieg, die allein in den vergangenen 30 Jahren erschienen sind, mit einigem Erstaunen zur Kenntnis, so steigt die Irritation aufgrund der Aussagen im rückseitigen Klappentext. Dort heißt es nämlich: "Die jahrzehntelange Verdrängung dieses traumatischen Erlebnisses betraf auch die umfangreichen Bildbestände, die in den städtischen Archiven ruhen. Friedrich hat sie mit diesem eindrucksvollen Bildband dem Vergessen entrissen." Auf die Legende eines vorgeblich von der Nachkriegsgesellschaft tabuisierten Bombenkriegstraumas einzugehen, wäre eine Wiederholung vieler Rezensionen und Diskussionen.[3] Trotzdem muss der Grundthese, Fotografien aus dem Bombenkrieg seien in den vergangenen Jahrzehnten dem "Vergessen" anheim gefallen, widersprochen werden, um nicht wieder eine Legende entstehen zu lassen.

Natürlich ist dem Autor unbedingt beizupflichten, wenn er sagt, dass der Todeskampf in den Luftschutzkellern und Bunkern sowie--hier bestätigen allerdings eine Anzahl von Ausnahmen die Regel--während eines Bombenangriffs aufgenommene Szenen keinen Eingang in die fotografische Überlieferung gefunden haben (S. 239). Auch seine Vermutung, dass noch in Privatbesitz zahlreiche Bilddokumente überliefert sind, ist nicht neu, gehört sie doch seit Jahrzehnten zum (häufig bestätigten) Erkenntnisstand von professionellen Archivaren und Historikern. Allerdings mag man Friedrichs Argumentation für die vorgeblich fragmentarisch überlieferten Fotografien "visueller Phänomene" des Bombenkriegs, da ein Fotografierverbot bestanden habe, nicht so recht folgen, da dieser Punkt in den letzten Jahren bereits mehrfach in einschlägig bekannten historischen Untersuchungen thematisiert und relativiert wurde.[4] Wie auch immer, Verbote wurden selten konsequent beachtet, wie Tausende Aufnahmen in den Kommunal- und Staatsarchiven sowie in Privatbesitz belegen. Selbst vom Militär an der "Heimatfront", aus Flakbatterien, Kasernen, Befehlsstände und Scheinwerferstellungen, blieben zahlreiche Fotografien überliefert, die nahezu alle Bereiche-- auch die "geheime" Radartechnik--dokumentieren. Mehr noch: bereits 1943 erschienen an der "Heimatfront" Bildbände mit Fotografien, die Bombenschäden, Szenen nach Bombardierungen und die Bewältigung der Luftangriffsfolgen festhielten; sie dienten freilich der Durchhaltepropaganda und verstanden sich auch als Anklage gegen die "barbarische Kriegsmethode" des alliierten "Bombenterrors".

Über die fotografische Überlieferungsgeschichte des Bombenkriegs erfährt der Leser in "Brandstätten" so gut wie nichts. Im Gegensatz zur Behauptung des Autors ist sie durchaus als sehr dicht und umfassend zu bezeichnen. Einige Beispiele mögen hier genügen. Von der Feuerschutzpolizei und Stadtverwaltungen wurden Fotoalben als "Leistungsbelege", zur Schadensaufnahme, als "Geburtstagsgeschenke" für Oberbürgermeister und Gauleiter oder aber als Dokumentation für die kommunale Kriegschronik, deren Aufbau seit Kriegsbeginn jeder Kommune anheim gestellt war, angefertigt. Dann gab es noch die Industriebetriebe, die Zwangsarbeiterlager, Bombenschäden und ihre Rüstungsfertigung ablichteten. Von den Reichsbahndirektionen wurden Sachschäden auf Bahnhöfen und Betriebsanlagen dokumentiert. Schließlich war Goebbels als Leiter des Interministeriellen Luftkriegsschäden-Ausschusses (ILA) seit Frühjahr 1943 um eine möglichst vollständige Fotodokumentation von Sachschäden an kulturell bedeutenden Gebäuden und Denkmälern bemüht. Der sich Anfang 1944 konstituierende "Wiederaufbaustab" und Speer dokumentierte ebenfalls die Bombenschäden in den zu "Wiederaufbaustädten" erklärten Kommunen Es zeigt sich, dass die fotografische Überlieferung des Bombenkriegs bereits im Krieg systematisiert betrieben wurde, mit dem Ziel, die Zerstörungen der Bombardierungen für die Nachwelt und "künftigen Generationen" zu dokumentieren. Als Bestandteile der Erinnerungskultur nahmen Fotografien in der Nachkriegszeit eine wichtige Funktion bei der Strukturierung und Privilegierung von Gedächtnisinhalten ein. Wie bereits in "Der Brand" hat Friedrich mit seiner abwegigen These einer vermeintlich fehlenden Überlieferungsgeschichte im kollektiven Gedächtnis, in der Literatur und Geschichtswissenschaft, diesmal im Bereich der fotografischen Überlieferung den Forschungsstand und die bereits veröffentlichte Literatur zum Thema nur unzureichend bzw. überhaupt nicht reflektiert, von einer genauen Analyse der archivarischen Bestände und ihrer Zusammensetzung ganz zu schweigen. Es würde zu weit führen, wenn auf die inhaltlichen Aussagen des Autors, besonders in den Einleitungstexten, die den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind, ausführlich eingegangen wird. Der Rezensent möchte sich vielmehr auf die eigentliche Intention der Publikation als Fotodokumentation konzentrieren.

Der Bildband enthält rund 200 Schwarzweiß-Abbildungen, die den einzelnen Kapiteln zugeordnet sind und sich keineswegs, wie Verlag und Autor vorgeben (Klappentext), aus "weitgehend unveröffentlichtes Fotomaterial" zusammensetzen, wie sich durch einen kursorischen Überblick der Literatur aus den vergangenen 45 Jahren schnell erweist. Die Bildkommentierung enthält äußerst sparsame Angaben zu den jeweiligen Fotografien und wird vor allem durch Zitate aus der Literatur, Ego-Dokumenten und Lyrik sowie aus 'amtlichen' Quellen deutscher und alliierter Provenienz ergänzt. Die Erklärung dafür aus Sicht des Autors: "Das gewählte Verfahren einer Bild-Text-Montage lässt die Narrative der Bilder und der Worte einander ergänzen und entgegnen." Der Versuch, Bilder als historische Quellen für sich "sprechen" zu lassen, ist sinnvoll und lobenswert. Doch leider verzichtet der Autor bei der beabsichtigten Kommunikation zwischen Bild, Text und Betrachter häufig auf eine genaue Datierung, Beschreibung, Lokalisierung und vor allem auf eine Kontextualisierung. Gelegentlich drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Bildauswahl bewusst weniger an thematisch-sachlichen Gesichtspunkten einer historischen Dokumentation, als vielmehr an "künstlerisch-ästhetischen" Kriterien, die "Macht" und Dramaturgie des Fotos als Mittel einer suggestiven Bildinszenierung, orientiert. Auch fehlen nähere Angaben über die Fotografen sowie bei Einzelfotografien über die eventuell dazugehörigen Bildsequenzen, wie es bei fundiert recherchierten historischen Bilddokumentationen eigentlich zum Standard gehören sollte. Dem Abbildungsnachweis am Ende des Bandes kommt lediglich eine urheberrechtliche, nicht aber eine dokumentarische Relevanz zu.

In der Bilddokumentation überwiegen Fotografien aus Berlin, Kassel, Köln, Nürnberg, Bremen und Hamburg, andere Großstädte finden sich nur singulär oder fehlen ganz (z. B. München, Frankfurt, Wuppertal, Duisburg, Hagen, Münster). So werden die Auswirkungen der Bombardierungen von Essen und Hamm, zwei der Hauptangriffsziele der alliierten Luftstreitkräfte in Europa, überhaupt nicht bzw. im Fall von Essen lediglich durch zwei angesichts der umfangreichen Bildüberlieferung etwas "belanglos" wirkenden Fotografien aufgegriffen. Auf eine Darstellung anderer "Brandstätten" außerhalb eines "zivilen" Zusammenhangs, und zwar Industrieanlagen, Flakstellungen, Brücken, Bahnhöfe usw., verzichtet der Autor so gut wie völlig (bis auf drei Aufnahmen, S. 176-177, S. 180). Der "Anblick des Bombenkriegs" vermittelt in "Brandstätten" das Bild eines von den alliierten Bombern nahezu ausschließlich gegen Innenstädte, Wohnhäuser und Kulturdenkmäler, gegen Frauen, Kinder und Greise geführten Kriegs. Warum der Autor dann aber die im Themenkontext wichtige Kinderlandverschickung und Evakuierung von "Ausgebombten" ausgelassen hat, ist angesichts der guten Quellen- und Forschungslage unverständlich. Gerade mit der Kinderlandverschickung, die größte "Binnenwanderung" in der jüngsten Geschichte, lassen sich die Dimensionen und die Rückwirkungen des Bombenkriegs gut nachzeichnen. Fotografien aus der Tätigkeit der NS-Justiz fehlen ebenfalls, da sie nach Auffassung des Autors "nicht zu fotografieren ist". Ein Irrtum, wie die in den Archiven vorhandene fotografische Überlieferung belegt. Die dürftige Auswahl von Regionen, Orten und Themen lässt sich nicht damit erklären, wie es der Autor im 'Editorial' versucht, dass die in den Archiven vorhandenen Bildquellen für eine "vollständige Bebilderung des Bombenkriegs" nicht ausreichen. Zeugt allein diese Aussage von einer geringen Kenntnis der archivarischen Überlieferung, so stellt sich die Frage, ob nicht die über Vorveröffentlichungen leicht recherchierbare "Zugänglichkeit" von für "Brandstätten" ausgewählte Bildquellen ebenfalls ein Auswahlkriterium war. Auf die Korrektur fehlerhafter Bildbeschriftungen, wie z. B. auf S. 87, wo ein provisorischer Splitterschutzgraben als "Luftschutzbunker" bezeichnet wird, oder bei dem Luftschutzplakat auf S. 218 (unten), das nicht aus dem Jahr 1923, sondern aus 1940 stammt, verzichtet der Rezensent.

Auffällig für eine 'moderne' Fotodokumentation ist das völlige Fehlen von Farbfotografien. Historische Farbaufnahmen aus dem "Bombenkrieg" sind jedoch keineswegs eine Seltenheit in der umfangreichen, überwiegend als Schwarzweiß-Abzüge bewahrten fotografische Überlieferung in deutschen, britischen und US-amerikanischen Archiven. Handelte es sich um eine Reduzierung auf Schwarzweiß-Fotos aus Kostengründen oder aber um die Absicht des Autors, eine über Farbfotografien erreichbare intensivere Konfrontation mit dem "Schrecken" des Bombenkriegs zu umgehen? Letzteres erscheint unwahrscheinlich, da Farbaufnahmen die Auswirkungen des Bombenkriegs wesentlich dramatischer wiedergeben und somit auch der Intention des Autors entgegen gekommen wären. Denn Farbfotografien eröffnen eine andere, über Schwarzweißbilder mit ihrem dokumentarischen Bildgehalt nicht erreichbare Ausdruckstärke von Geschichte und von historischen Ereignissen, die den Motiven eine hohe Authentizität verleihen.[5] Dies verdeutlichen nicht zuletzt auch die zahlreichen Dokumentationen der Fernsehsender, die den Bombenkrieg bereits in den 1980er Jahren und seit einigen Jahren auch "in Farbe" thematisiert haben. Dagegen vermittelt der Bildband "Brandstätten" eine ausschließlich schwarzweiße und damit distanzierende Sichtweise auf den Bombenkrieg. Aber auch das kann in einer Dokumentation durchaus Sinn machen.

Im ersten Kapitel 'Früher' dokumentiert Friedrich den Zustand einer Anzahl ausgewählter Städte vor ihrer Zerstörung im Bombenkrieg. Nur zweimal, in Hannover und Nürnberg (S. 36-37), wird der Leser unter den rund 35 Fotos dieses Kapitels direkt mit dem Nationalsozialismus konfrontiert, mit Hakenkreuzfahnen zwischen der Fachwerkromantik sowie Parteiaufmärschen auf einem von historischer Bausubstanz flankierten Platz. Alle anderen Fotos zeigen überwiegend enge Gassen, beschauliche Hinterhöfe, Baudenkmäler und idyllische, an das Mittelalter erinnernde Stadtszenen. Die Intention ergibt sich aus dem Buchtitel: der Bombenkrieg zerstörte eine "heile Welt", er vernichtete geordnete, aus dem Mittelalter überkommene urbane Strukturen, er verbrannte Relikte aus "alten Zeiten". Auf S. 32 präsentiert Friedrich eine Luftaufnahme von Bochum, um die Blockbebauung moderner Städte zu zeigen. Im Zusammenhang mit dem 'Statement' eines britischen "Feueringenieurs", wie viele andere eingestreute Kommentare in dem Band leider ohne Quellenbeleg, gewinnt dieses Foto an besonderer Aussagekraft. Mit der Inszenierung historischer Fotografien im Kapitel 'Früher' will der Autor das Aussehen der Städte vor dem Bombenkrieg rekonstruieren, doch gelingt ihm damit nicht mehr als eine sentimentale Retrospektive, die darüber hinaus auch ein falsches Bild von der "Vergangenheit" vermittelt? Denn das Deutschland vor 1939 bestand nicht nur aus Fachwerk und Mittelalterromantik, aus engen Gassen und spitzwinkeligen Häusern. Die "Brandstätten" des Nationalsozialismus in den Vorkriegsstädten, die Synagogen, zeigt der Autor erst gar nicht--Synagogenplätze dienten nach 1940 nicht selten als Standorte für Luftschutzbunker. Andere Synagogen (z. B. in Berlin) fielen mit ihrer über die "Reichskristallnacht" überkommenen Bausubstanz den alliierten Bomben zum Opfer. Friedrich verfolgt einen anderen Ansatz. Völlig unvermittelt zitiert der Autor auf S. 26 neben der Abbildung einer mittelalterlich wirkenden Gasse in Bremen den (durch einen Quellennachweis nicht belegten) Befehl des Bremer Bürgermeisters zur Brandstiftung an jüdischen Geschäften vom 9. November 1938. Dieser Hinweis soll offenbar andeuten, dass es vor dem Krieg in Bremen "Brandstifter" gab, die ihre Feuer nicht aus der Luft, wie später die alliierten Bomber, sondern inmitten ihres sozialen Umfeldes schürten. So aufschlussreich diese Reminiszenz an den Judenpogrom im Jahr vor dem Kriegsausbruch auch sein mag, ob ein "normaler" Leser diese erst auf einer Metaebene zu erschließende Inszenierung von Bildmotiv und Textaussage nachvollziehen kann, erscheint fraglich.

Das zweite Kapitel 'Angriff' (S. 39) enthält eine Fotodokumentation aus alliierter und deutscher Perspektive. Beginnend mit der Planung und Auswertung der Luftangriffe über die wie ein surrealistischer Reflex wirkende nächtliche Szenerie von brennenden Häusern, explodierenden Flakgranaten und Scheinwerferstrahlen bis hin zu "Bombenteppichen" und die Gefangennahme alliierter Bombercrews fasst Friedrich ein Kaleidoskop verschiedener Wahrnehmungen, Erfahrungshorizonte und Ereignisebenen zusammen. Die Fotos wirken unmittelbar auf den Leser, sie konfrontieren ihn mit dem Geschehen im Bombenkrieg, den Friedrich hier wie eine Bühnenkulisse inszeniert, wie ein Beispiel gut illustriert. Auf einer Fotografie (S. 59, unten), aufgenommen in Essen im Sommer 1944, wird das Mitglied einer abgeschossenen Bombercrew von Polizei und Luftschutzdienst abgeführt. Ein deutscher Zivilist, rechts vom Flieger sichtbar, droht mit der Faust. Das Foto hält als Momentaufnahme einen Blickkontakt fest - der Flieger schaut skeptisch, ängstlich in Richtung des drohenden "Volksgenossen". Das Bild gewinnt an Bedeutung durch den Kommentar, der zwar lapidar aber dennoch bedeutungsvoll die "Volksjustiz gegen angloamerikanische Mörder" anspricht.[6] Die Wechselbeziehung von Bildinhalt und des sich durch die Kommentierung zu erschließenden Kontexts wird vom Autor in diesem Fall gut gelöst.

Das nachfolgende Kapitel 'Abwehr' (S. 61) enthält Fotografien zum Thema Flug- und Flakabwehr, Luftschutz, Feuerwehr, Blindgängerbeseitigung und den Einsatz von Frauen und Jugendlichen. Trotz der ausdrucksstarken Bildauswahl wäre hier eine Erweiterung mancher angesprochener Bereiche, besonders der Einsatz von jugendlichen Luftwaffenhelfern und Frauen, sinnvoll gewesen. Gleiches gilt auch für das Kapitel 'Zuflucht', das durch einige Aufnahmen zum Bunkerbau, der überwiegend durch zunächst "angeworbene" Arbeitskräfte, dann durch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, in manchen Städten auch durch KZ-Häftlinge erfolgte, zweifellos gewonnen hätte. Ihnen war jedoch in der Regel der Zugang zu diesen Luftschutzbauten verwehrt, wie auch der Autor in seiner Einleitung konstatiert. Fotos zum Bunkerbau liegen in zahlreichen Stadt- und Regionalarchiven vor, darunter auch solche, die Zwangsarbeiter bei Betonierungs- und Ausrüstungsarbeiten zeigen. Die in vielen deutschen Großstädten noch heute im Stadtbild befindlichen Hochbunker--in der städtebaulichen Diskussion häufig "Steine des Anstoßes"--zählen darüber hinaus zu den mittlerweile denkmalgleichen "Erinnerungsorten" des Bombenkriegs und NS-Terrors, die mit dem Einsatz von Zwangsarbeiter eng verbunden sind. Darüber hinaus wäre im Kapitel 'Zuflucht' ebenfalls eine exemplarische Bildauswahl zur Kinderlandverschickung sinnvoll gewesen. "Zuflucht" im Bombenkrieg war nicht nur die Flucht "unter Bomben" in die Bunker und Stollen, sondern vor allem auch vor den Bomben aus den Städten auf das Land und in die Ferne.[7] Die von Staat und Partei zum Teil erzwungene "Zuflucht" in die Kinderlandverschickung bestimmte (wie auch der Luftwaffenhelfer-Einsatz) in der Nachkriegszeit frühzeitig die Erinnerungskultur der betroffenen Generationen, was die These vom "Bombenkriegs-Tabu" wiederum als Legende entlarvt.

Das umfangreichste Kapitel (S. 97) belegt unter dem Titel 'Bergung', um was es Jörg Friedrich in seinem Bildband "Brandstätten" vor allem geht: um eine Dokumentation des Schreckens und des Leidens der deutschen Zivilbevölkerung, diesmal nicht aus literarischer, sondern visueller Perspektive. Auf 45 Seiten entfaltet sich eine Abfolge eindringlicher Fotografien, die Maßnahmen zur Trümmerräumung und vor allem zur Bergung von Toten abbilden. Friedrich verschont in diesem Kapitel seine Leser durch die Komposition der Bilder nicht. Er will schockieren und konfrontieren, er spricht Emotionen und Mitleid an, rückt mit den Motiven an das kaum noch erträgliche Grauen heran. Darf ein Autor seine Leser mit den "Grenzen der Darstellbarkeit von Körperzerstörung" konfrontieren und damit die "Würde der Opfer" in ihrem grausamen Tod berühren? Macht er Leser zu Voyeuren, die Bilder von Leichen und Leichenteilen mit einen vom Autor berechnetem Schauder betrachten? Diese Fragen blieben auch zwischen Verlag und Autor offenbar nicht ohne Konflikt, wie Friedrichs Hinweis auf der letzten Seite des Bandes andeutet. Die provozierenden Wortspiele in "Der Brand", die unter anderem Luftschutzkeller mit "Krematorien" und "Hinrichtungsstätten" vergleichen, erfahren z. B. auf S. 123-124 eine Visualisierung.

Dass der Tod im Bombenkrieg nicht nur Deutsche traf, sondern auch Menschen anderer Nationalitäten, dass auch andere Länder unter deutschen Bomben zu leiden hatten, dokumentiert eine Serie von im Vergleich zu den vorausgegangenen Seiten inhaltliche etwas distanziert wirkenden Fotografien (S. 140-143). Auf S. 141 stellt der Autor eine undatierte Fotografie vor, die Juden in einem Luftschutzkeller im Londoner East End bei einem deutschen Luftangriff zeigt. In der Kommentierung findet sich für den "unkundigen" Leser kein Hinweis darauf, dass es sich um Juden handelt. Die mögliche Intention des Autors erschließt sich erst auf dem zweiten Blick: während in Deutschland Juden zu Millionen in der "Endlösung" ermordet wurden, waren sie in London ebenfalls Opfer deutscher Aggression. Doch dort besaßen sie noch eine Chance zum Überleben, will der Autor durch seine Bildauswahl anscheinend andeuten, anders als in Auschwitz, Majdanek, Belzec, Treblinka und anderen Orten der "Endlösung". Die Bomben, ob in Deutschland oder in anderen Ländern, trafen unterschiedslos, wie auf S. 142-143 anhand Fotografien zweier Schwesternpaare aus Warschau und im westfälischen Paderborn vermittelt werden soll: auf jeder "Seite" fand eine der Schwestern im Bombenkrieg den Tod. Mit dieser bildhaften Konfrontation durchbricht Friedrich die einseitig wirkende Blickrichtung auf die deutschen Bombenopfer. Aber auch alliierte Bomberbesatzungen waren Kriegsopfer, wie die Bildauswahl auf S. 138-139 belegt. Auf einer Fotografie liegt der "Feind" in einer Reihe in einem deutschen Wald, die siebenköpfige Besatzung eines britischen Bombers: tote junge Männer mit bleichen Gesichtern, wie schlafend, in ihren hellen Fliegeroveralls. Die gegenüberliegende Seite wirkt wie ein Kontrast zu dieser "friedlichen" Szene: zwischen verbrannten, zerschmorten Flugzeugteile ein kaum noch erkennbarer Körper.

Friedrich hat die Fotografien für seinen Bildband in ihrer szenischen und suggestiven Aussagekraft sehr sorgfältig ausgewählt. Jedes Foto enthält eine expressive Ikonographie, die sich dem Leser teilweise auch ohne eine Kommentierung erschließt. Fotografien, die verbrannte Menschen, zerrissene, aufgeblähte Körper und verstümmelte Leichen zeigen, die in ihrem reliktartigen Zustand, vor dem Tod erlittene Qualen erahnen lassen, oder aber die kaum noch identifizierbaren Fragmente von Menschen in Eimern und Wannen festhalten, gehören zur fotografischen Überlieferung in fast allen Archiven bombardierter Städte. Fotografien dieser "Qualität" zählen zu den bedrückenden Bildquellen. Doch sie wurden jedoch keineswegs über Jahrzehnte hinweg "versteckt", um erst jetzt von Friedrich entdeckt zu werden, wie Autor und Verlag uns Glauben machen wollen, sondern haben immer schon Eingang in Publikationen über den alliierten Bombenkrieg gefunden. Viele der schaurigen Bilder, die der "Tabubrecher" Jörg Friedrich (Karin Alles im ARD-Kulturmagazin titel-thesen-temperamente v. 12.10.2003; URL ) in "Brandstätten" präsentiert, erlebten ihre Erstveröffentlichung häufig schon vor vielen Jahren in Regional- und Lokalstudien, beispielsweise über Kassel, Dortmund, Dresden, Nürnberg, Köln und Hamburg, oder aber 1990 in Olaf Groehlers Werk über den Bombenkrieg, das inhaltlich und fachlich neben den beiden Beiträgen von Horst Boog in den Bänden 6 (1990) und 7 (2001) des Sammelwerks "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" noch immer grundlegend bleibt. Für eine Diskussion, ob es "statthaft" sei, solche Fotos zu publizieren, ist es längst zu spät. Die Kontroverse um diesen "Tabubruch" hätte bereits vor Jahrzehnten geführt werden können.

Im Kapitel 'Versorgung' (S. 145) geht Friedrich der Frage nach, wie die Bevölkerung nach Bombenangriffen "betreut" wurde. Die Bildauswahl thematisiert verschiedene Aspekte von der Wasser- und Nahrungsmittelversorgung bis hin zur "Ersatzlieferung" von Mobiliar. Hier wäre vielleicht ein Zitat aus den Abschlußberichten des Leiters der "Dienststelle Westen" angebracht gewesen,[7] der bürokratisch genau belegt, wie es um den Fundus, aus dem die großzügige "Versorgung" der Bevölkerung schöpfte, bestellt war. Das Hab und Gut deportierter Juden aus Frankreich, Belgien und Holland gelangte als "Ersatzleistungen" von Staat und Partei in den Besitz der "Bombengeschädigten", wie vom Autor auf S. 145 ebenfalls angesprochen wird. Die sich anschließenden Kapitel 'Trümmer' (S. 167) und 'Trümmerleben' (S. 197) enthalten Fotografien über die Verwandlung deutscher Städte in Ruinenlandschaften und das Alltagsleben der Bevölkerung in Trümmern und "unter Bomben". Doch sind es sind Fotoserien, wie auf den Seiten 200-201, die durch eine situationsbedingte Intimität, zwei Geschwister, aus den Trümmern geborgen, fragen nach dem Schicksal ihrer Mutter, die über den Charakter der meisten Bildquellen hinausreichen. Andere Aufnahmen, wie eine Gedenkveranstaltung in Hamburg im Oktober 1943 zur Erinnerung an die Juli-Angriffe (S. 214-215), belegen die auch in anderen bombardierten Städten festzustellende frühzeitige Herausbildung einer Erinnerungs- und Gedenkkultur des Bombenkriegs und seiner Opfer an der "Heimatfront", die sich über das Kriegsende in die Nachkriegsgesellschaft fortsetzte.

Ein achtseitiges Kapitel widmet Friedrich dem Thema 'Partei' (S. 216). Während der Einführungstext undurchsichtig wirkt und inhaltlich mit manchen Irrtümern, Fragezeichen und Fehldeutungen behaftet ist, das wohl wiederum an der unzureichenden Kenntnis des Autors der einschlägigen Fachliteratur und des publizierten Forschungsstands liegen mag, enthält die zugehörige Fotodokumentation eine sorgfältig inszenierte Bildkomposition, die dennoch mehr Fragen als Antworten hinterlässt. So zum Beispiel die Bildsequenz über den Besuch des kurhessischen Gauleiters und Reichsverteidigungskommissars Karl Weinrich in seiner bombardierten "Gauhauptstadt" Kassel (S. 220-221). Gerade hier hätte die inhaltliche Aussagekraft durch eine sorgfältige Kontextualisierung gewinnen können. Die Bildserie vermittelt zwar den Eindruck eines Gauleiters, der sich um seine "Volksgenossen" sorgt und Angehörigen von Bombenopfern kondoliert, doch letztlich sollten solche Fotografien auch nur der Propaganda dienen, wie viele andere Fotografien, die Friedrich in seinem Bildband zeigt, jedoch nur vereinzelt als originäre Propagandafotos ausweist, obschon sie leicht als solche zu identifizieren waren. Der Anschein von "Parteifürsorge" erweist sich bei Weinrich hingegen als falsch, gerade bei ihm war das Gegenteil der Fall, und das hätte durch eine Kommentierung herausgestellt werden müssen. Denn man muss wissen, dass Weinrichs Passivität und sein aus Goebbels Sicht eklatantes "Versagen" nach dem verheerenden britischen Flächenangriff auf Kassel, der im Oktober 1943 mindestens 5900 Menschen den Tod brachte, ihn Amt und Reputation kosteten. Um das Agieren und Funktionieren der NSDAP an der "Heimatfront", die Begründung für die vom Autor anscheinend nicht ganz begriffenen, aber dennoch adaptierten These von einer "zweiten Machtergreifung" darzustellen, bedarf es nicht nur Bilder von Suppenküchen, Begräbnisszenen und eines wegen mangelnder "Fürsorgepflicht" geschassten Gauleiters. Aber bis zur Erschließung dieser fotografischen Überlieferung reichten die Recherchen des Autors offenbar nicht. Vor allem sollte ein als Historiker auftretender Autor es nicht versäumen, bestimmte Sachverhalte, die er explizit anspricht und als Grundlage für seine Darstellung wählt, seinen Lesern nachvollziehbar zu erklären. Ein Beispiel ist das von Friedrich in seiner Einleitung zum Kapitel 'Partei' benannte "Tötungsprogramm" der NSDAP. Der Autor bezieht sich zweifellos auf das schonungslose Vorgehen der Sondergerichte gegen "Plünderer" und "Defätisten", das zwar in eine wohl gesetzte Schilderung eingebettet wird, die aber angesichts des gut erforschten historischen und politischen Hintergrunds rätselhaft erscheint. Zusammenfassend muss konstatiert werden, dass sich die vielfältigen Funktionen und wachsenden Einflussmöglichkeiten der NSDAP im Bombenkrieg, die weit über die in "Brandstätten" aufgezeigte Mitwirkung bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Organisation von Begräbnisfeiern hinausgingen, weder durch den Einleitungstext noch in der Bildauswahl erschließt.

Das abschließende Kapitel 'Heute' (S. 225) besteht im Grunde genommen aus einer weniger sprachlich als vielmehr inhaltlich schwer verständlichen Einleitung, mit denen sich der Autor teilweise auf vorherige Kapitel bezieht oder aber versucht, die Entwicklung und Auswirkungen der Luftangriffe zusammenfassend und mit Blick auf die Gegenwart darzustellen, was ihm jedoch misslingt. Ein durch die Kapitelbezeichnung zu erwartender Rückblick von 'Heute' auf den Bombenkrieg und seine Rezeption unterbleibt. Ebenfalls die Frage, was vom Bombenkrieg 'heute' noch geblieben ist, und das ist sehr viel. Selbst die archäologische Forschung und Denkmalpflege hat die Relikte des Bombenkriegs entdeckt, allerdings schon lange vor Friedrichs "Entdeckungen". Da der Bildteil im Kapitel 'Heute' vor allem den Wiederaufbau und seine städtebaulichen Folgen behandelt, verwundert es doch sehr, dass Friedrich in der Einführung nicht die seit 1943 laufenden Planungen der NS-Führung für den von Goebbels, Hitler und Speer gleichermaßen begrüßten Wiederaufbau nach dem "Endsieg" sowie personelle und planerische Kontinuitäten (Architekten, Städteplaner, Bauämter) in der Nachkriegszeit thematisiert. Gerade der Wiederaufbau belegt, wie sehr der Bombenkrieg und seine Rückwirkungen bis in die 1960er Jahre noch die Nachkriegsgesellschaften in Ost und West nicht nur mental, sondern auch materiell und substanziell berührte. Über Literatur und fotografische Quellen wäre dadurch im Kapitel 'Heute' eine gelungene Zusammenstellung von Text- und Bildinformationen leicht möglich gewesen.[8]

Allerdings hegt der Rezensent große Zweifel, dass ein solcher Vermittlungsansatz überhaupt das Ziel des Autors war, denn die Fotos des Kapitels dokumentieren im Wesentlichen einen inhaltlich wenig anspruchsvollen Vergleich zwischen 'Früher' und 'Heute', um die baulichen Verluste durch die Bombardierungen exemplarisch zu dokumentieren. Derartige fotografische Vergleiche betrieb im übrigen bereits das britische Bomber Command nach 1942 und vor allem bei Kriegsende. Vergrößerungen von Luftaufnahmen sollten den Zustand der Innenstädte vor und nach den Angriffen illustrierten, um damit auch den sowjetischen Verbündeten sowie Politikern und Militärs die "Schlagkraft" der Bomberwaffe zu demonstrieren. Schon David Irving griff 1963, vor seiner "Karriere" als rechter Geschichtsrevisionist, in seinem mehrfach aufgelegten Band "Und Deutschlands Städte starben nicht", in dem er ähnlich wie Friedrich in "Brandstätten" zahlreiche Bild- und Textquellen sowie Ego-Dokumente kombinierte, auf das Schema solcher Vergleiche zurück. Leider gelangt der Bildteil 'Heute' in "Brandstätten" über dieses einfache Niveau nicht hinaus und verpasste damit die Möglichkeit, die vielfältige Rückwirkung der Bombenangriffe auf den Wiederaufbau und die Architektur sowie auch auf den Alltag der Menschen in der Nachkriegszeit darzustellen. Aber vielleicht war es gerade das, was den Autor davor zurückgehalten hat.

Der technisch gut verarbeitete Bildband "Brandstätten" von Jörg Friedrich hinterlässt beim Rezensenten einen diskrepanten Eindruck, der vor allem in der restriktiven, häufig wohl mehr unter "künstlerisch-ästhetischen" als sachlich-thematischen Gesichtspunkten vorgenommenen Bildauswahl, in den oft befremdenden, ja irreführenden inhaltlichen Aussagen und im stellenweise wenig fundierten Umgang des Autors mit historischen Fotoquellen begründet liegt. Dennoch bleibt festzuhalten: das Verdienst des Bildbands "Brandstätten" von Jörg Friedrich liegt in der übergreifenden Erschließung und exemplarischen Zusammenstellung fotografischer Quellen aus öffentlichem Archivbesitz und regional verstreuten Vorveröffentlichungen. Wenngleich die von Autor und Verlag getroffene Aussage, dass Fotografien aus dem Bombenkrieg "selten" und aus "Rücksichten" wenig gezeigt worden seien, nunmehr aber mit "Brandstätten" dem "Vergessen" entrissen würden, völlig abwegig und fern der tatsächlichen literarischen sowie archivarischen Überlieferung ist, besticht der Band durch eine systematische Bildauswahl, die zum Thema Bombenkrieg in dieser Form bisher einmalig ist. Wenn sich diese Sorgfalt und Systematik auch über eine gewissenhafte Kontextualisierung der historischen Fotografien sowie der Einleitungstexte und Kommentierungen erstreckt hätte, wäre der Rezensent am Ende zufriedener gewesen.

Anmerkungen:

[1]. Jacobi, Christoph Friedrich: Geschichte der Stadt und ehemaligen Stifts Feuchtwangen. Ein Beitrag zur vaterländischen Geschichte, Nürnberg 1833, S. 120.

[2]. Zusammenfassend siehe Kettenacker, Lothar (Hg.): Ein Volk von Opfern? Die neue Debatte um den Bombenkrieg 1940-1945, Berlin 2003; Greiner, Bernd: "Overbombed" Warum die Diskussion über die alliierten Luftangriffe nicht mit dem Hinweis auf die deutsche Schuld beendet werden darf, in: Literaturen 03/2003, S. 42-44; Naumann, Klaus: Bombenkrieg--Totaler Krieg--Massaker. Jörg Friedrichs Buch "Der Brand" in der Diskussion, in: Mittelweg 36, 12, 2003 H. 4, S. 40-60.

[3]. Siehe besonders die Beiträge in Kettenacker, Ein Volk von Opfern? sowie Kucklick, Christoph: Feuersturm. Der Bombenkrieg gegen Deutschland, Hamburg 2003, S. 10-11.

[4]. Zur Fotografie im Zweiten Weltkrieg vgl. Boll, Bernd: Das Adlerauge des Soldaten. Zur Fotopraxis deutscher Amateure im Zweiten Weltkrieg, in: Fotogeschichte 22, 2002, H. 85/85 (Krieg und Fotografie), S. 75-88; Jahn, Peter; Schmiegelt, Ulrike (Hgg.): Foto-Feldpost. Geknipste Kriegserlebnisse 1939-1945, Berlin 2000. Zur fotografischen Überlieferung des Bombenkriegs siehe u.a. Deres, Thomas; Rüther, Martin: Fotografien verboten! Heimliche Aufnahmen von der Zerstörung Kölns, Köln 1995; Jäger, Jens: Fotografie-Erinnerung-Identität. Die Trümmeraufnahmen aus deutschen Städten 1945, in: Hillmann, Jörg; Zimmermann, John (Hgg.): Kriegsende 1945 in Deutschland, München 2002, S. 287-300.

[5]. Exemplarisch für die hohe Aussagekraft von Farbfotografien vgl. die im Ghetto Lodz mehr zufällig entdeckte Serie von Farbaufnahmen, die von einem deutschen Buchhalter angefertigt wurde, hierzu Freund, Florian; Perz, Bertrand; Stuhlpfarrer, Karl: Die Farbdias der deutschen Ghettoverwaltung in Lódz, in: Zeitgeschichte 18, 1990, S.271-303. 1998 wurden Farbaufnahmen entdeckt, die der Kriegsberichterstatter Walter Frentz im Auftrag des Rüstungsministeriums 1944 von der Raketenproduktion im unterirdischen Werk Dora-Mittelbau aufgenommen hatte, Le Maner, Yves; Sellier, André: Bilder aus Dora. Zwangsarbeit im Raketentunnel 1943-1945, hg. v. Deutschen Museum München, Bad Münstereifel 2001.

[6]. Bei dem Zitat handelt es sich um den Betreff des Rundschreibens 125/44 der Partei-Kanzlei v. 30.5.1944, das von Bormann zur Information an die Reichsleiter, Gauleiter, Verbändeführer und Kreisleiter gerichtet wurde. Eine Abschrift befindet sich unter der Sig. WO 235/193, Bl. 95, im Public Record Office, London.

[7]. Bericht über die M-Aktionen, verfasst vom Leiter der Dienststelle Westen des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiet, o. O., o. D. (Paris, Sommer 1944), editiert als Dokument188-L in Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. 14. November 1945 - 1. Oktober 1946, Bde. I-XXXXII, Nürnberg 1947-1949, hier Bd. XXXVIII, S. 25-29.

[8]. Vgl. besonders Durth, Werner; Gutschow, Niels: Träume in Trümmern. Planungen zum Wiederaufbau zerstörter Städte im Westen Deutschlands 1940-1950, Braunschweig 1993; Durth, Werner: Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900-1970, München 1992.

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